Der Affe und der Fischer
Vor langer Zeit lebte ein Affe neben einem alten Wald am kühlen Fluss. Den ganzen Tag sprang der neugierige Affe in den hohen Ästen und schaute umher. Das klare Wasser im Fluss glänzte unter der hellen Sonne wie Silber. Jeden Morgen kam ein alter Fischer ans Ufer und warf sein Netz ins Wasser. Von einem hohen Ast beobachtete der Affe den Fischer sehr genau. Am Mittag ließ der alte Fischer sein Netz am Ufer und ging essen.
Als der Fischer wegging, kletterte der neugierige Affe sofort herunter. Er sagte zu sich: „Fischen sieht nach einer sehr leichten Arbeit aus.“ Der Affe nahm das schwere Netz und ging zum Fluss. Das Netz war sehr schwer, aber der Affe wollte wie ein Meister arbeiten. Mit aller Kraft warf er das Netz in das kühle Wasser. Doch beim Werfen wickelte sich das Netz um seine Arme und Beine.
Der Affe verlor das Gleichgewicht und fiel schnell in das tiefe Wasser. Im nassen Netz gefangen, schwamm das arme Tier mit Mühe ans Ufer. Endlich kam er aus dem Wasser, aber er war klatschnass und sehr müde. Er ärgerte sich sehr, denn er begann eine Arbeit ohne Wissen. Niemand soll denken: Nur Zuschauen macht eine fremde Arbeit leicht. Spiele nie den Meister in einem Handwerk, das du nie gelernt hast.