Das Volk von Delphi
Der weise Fabeldichter Äsop ging in die historische Stadt Delphi, um Fabeln zu erzählen. Das Volk von Delphi konnte Äsops weise Worte und Kritiken nicht ertragen und stellte ihm eine Falle. Die Herrscher der Stadt legten heimlich die heilige Goldschale des Tempels in Äsops Tasche und beschuldigten ihn des Diebstahls. Verleumdet töteten sie Äsop, indem sie ihn von einer hohen Klippe hinabstürzten.
Nach dieser ungerechten Grausamkeit wurde die Stadt Delphi jedoch von schweren Hungersnöten, Epidemien und Unheilen erschüttert. Gesellschaften, die die Weisen, Ehrlichen und diejenigen, die die Wahrheit herausrufen, nicht ertragen können und sie mit Unterdrückung zum Schweigen bringen, gehen vor der göttlichen Gerechtigkeit zugrunde. Gerechtigkeit kann nicht durch Verleumdung und Fallen geschaffen werden; ungerecht vergossenes Blut bringt Unheil über jenes Reich. Feindschaft gegenüber ehrlichen Denkern bedeutet, die eigene Zukunft zu zerstören.
Gesellschaften, die die Weisen ermorden, gehen mit göttlichem Zorn zugrunde. Verleumdung ist das Hässlichste der Unterdrückung. Feindschaft gegenüber dem Weisen zerstört die Gesellschaft. Ungerechtes Blut bringt Unheil.
Gerechtigkeit wird nicht durch Fallen geschaffen. Wer ehrlichen Gedanken schadet, geht zugrunde. Göttliche Gerechtigkeit verzögert sich nicht.