Das Rennpferd
Es war einmal, jenseits der sattgrünen Täler, ein stolzes Rennpferd namens Rüzgâr Kanat. Dieses großartige Pferd war eine Legende, die alle wegen seines glänzenden schwarzen Fells und seiner schnellen Schritte bewunderten. Nach jedem Rennen, das er gewann, war er stolz auf das Lob seines Besitzers und hielt sich stets für besser als die anderen Tiere. Er spottete über die langsamen Geschöpfe um ihn herum und dachte, schnell zu sein sei der einzige Erfolg im Leben. Doch mit der Zeit erlosch das Feuer seiner Jugend, und seine alte Schnelligkeit begann langsam nachzulassen. Als sein Besitzer ihn nicht mehr zu den Rennen bringen konnte, beschloss er, das alte Pferd an einen Müller zu verkaufen.
An das Joch gespannt, um den schweren Stein der Mühle zu drehen, empfand Rüzgâr Kanat eine große Überraschung. Dieses stolze Pferd, das einst unter Applaus lief, drehte sich nun in einem dunklen Raum im Kreis. Der fleißige alte Esel neben ihm sah ihn an und sagte: „Deine früheren Siege reichen nicht aus, um diese schwere Last zu erleichtern.“ Rüzgâr Kanat senkte den Kopf und fragte: „Ich war ein Pferd, das mit dem Wind lief, wie soll ich so arbeiten?“ Der alte Esel lächelte ruhig und antwortete: „Im Leben ist es nicht nur wertvoll, schnell zu laufen, sondern auch nützlich zu sein.“ Das Pferd, das den ganzen Tag den schweren Stein der Mühle zog, spürte, wie seine Muskeln schmerzten und sein Hochmut schmolz.
Mit der Zeit begann er zu verstehen, dass glänzende Medaillen seinen Bauch nicht füllten und dass die wahre Kraft darin lag, mit Geduld zu arbeiten. Als die Tage vergingen, nahm Rüzgâr Kanat seine neue Aufgabe an und hörte ganz auf zu klagen. Nun behauptete er beim Tragen der Säcke mit Mehl nicht mehr, besser als die anderen zu sein, und blickte die Wesen um sich herum mit Liebe an. Die Dorfbewohner schätzten seine geduldige und entschlossene Arbeit und zeigten ihm größeren Respekt als zuvor. Das alte Rennpferd spürte in seinem Herzen den Frieden der bescheidenen Arbeit und des Dienstes an den Menschen. Wer vom Stolz der Vergangenheit lebt, findet niemals den wahren Frieden, der in der heutigen Arbeit verborgen liegt. Die alten Zeiten sind endgültig vorbei.