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Das Kalb und der alte Ochse

Niveau B2 · 347 Wörter

Das Kalb und der alte Ochse

Es war einmal auf einem hübschen Bauernhof, wo prächtige Blumen blühten, ein alter Ochse und ein junger Stier. Vom frühen Morgen bis zum Abend pflügte der alte Ochse geduldig das Feld und zog den schweren Pflug. Der junge Stier aber tat gar keine Arbeit und sprang und wanderte den ganzen Tag fröhlich auf dem frischen Gras. Stolz auf seine eigene Freiheit, spottete der Stier heimlich über den alten Ochsen, wenn er sah, wie müde er war. Während die Tage in der friedlichen Luft des Bauernhofs dahinflossen, schien es das einzige Ziel zu sein, den Stier zu pflegen und zu füttern. Mitten an einem heißen Sommertag arbeitete der alte Ochse weiter den Boden, während ihm wieder der Schweiß von der Stirn lief.

Als der Stier ihn müde seufzen sah, trat er stolz zu ihm und prahlte mit großem Hochmut. „Warum machst du dich so müde? Sieh, ich lebe wie ein König, ohne zu arbeiten“, sagte er. Der alte Ochse hob langsam den Kopf und blickte mit seinen weisen Augen ruhig den jungen Stier an. „Arbeit ist die Sicherheit des Lebens, mein Kind; Bequemlichkeit ohne Mühe endet selten gut“, antwortete er. Der Stier achtete nicht auf diese Worte, lachte laut und begann fröhlich zu den Wiesen zu laufen. Ein paar Tage später kamen Gäste zu einem prächtigen Fest auf den Bauernhof und begannen, sich neugierig umzusehen.

Der Bauer band dem Stier, der zu nichts nütze, aber gut gefüttert und fett geworden war, ein buntes Seil um den Hals. Der Stier, der nicht verstand, was geschah, wurde von tiefer Angst ergriffen, als er merkte, dass man ihn zum Opfer wegführen wollte. Während er unter Tränen zappelte, musste er an dem alten Ochsen vorbei, der ruhig auf dem Feld stand. Der alte Ochse sah traurig auf den Stier, der weggeschleift wurde, und seufzte tief. „Deshalb ließen sie dich keine Arbeit tun und fütterten dich nur und zogen dich groß“, sagte er traurig. Während der fleißige alte Ochse weiter in Sicherheit lebte, wurde der faule Stier zum Opfer des Schicksals, über das er gespottet hatte. Wer die Arbeit anderer verachtet und mit seiner Faulheit prahlt, kann dem bitteren Ende nicht entgehen, das ihn unvorbereitet trifft. Eisen, das arbeitet, glänzt immer.