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Aphrodite und der Kaufmann

Niveau B1 · 291 Wörter

Aphrodite und der Kaufmann

Es war einmal in einer hübschen Hafenstadt an den blauen Meeren ein alter Kaufmann. Dieser Kaufmann hieß Kerem, und seit Jahren trug er farbenfrohe Stoffe in ferne Länder. In letzter Zeit liefen seine Geschäfte jedoch schlecht und er verlor das ganze Gold in seinen Händen. Da er hilflos war, beschloss Kerem, zum prächtigen Tempel der Aphrodite auf dem Hügel zu gehen und zu beten. Er kniete vor der Statue der Göttin Aphrodite nieder und bat aufrichtig um Hilfe.

Kerem versprach: "Wenn du mir hilfst, werde ich dir die Hälfte der ersten Sache anbieten, die ich finde." Am nächsten Tag machte er sich auf eine lange Reise und fand in einer heißen Wüste einen großen Sack. Im Sack befanden sich Tausende von leckeren und süßen Datteln. Kerem aß die Datteln voller Freude, doch als er sich an sein Versprechen erinnerte, überkam ihn die Gier. Er dachte bei sich: "Anstatt Gold anzubieten, reicht es aus, wenn ich die Dattelkerne im Tempel lasse." Als er zum Tempel zurückkehrte, legte er die Kerne auf den Altar und sagte: "Hier, ich habe mein Versprechen gehalten; ich habe das Äußere gegessen und dir das Innere gegeben."

Stolz auf seine Schlauheit kehrte Kerem nach Hause zurück und schlief friedlich ein. In dieser Nacht sah er in seinem Traum die strahlend glänzende Aphrodite. Die Göttin sagte mit süßer Stimme zu ihm: "Hundert Goldstücke warten am Ufer auf dich, geh und hole sie." Mit großer Aufregung lief Kerem sofort an den Strand, doch anstelle von Gold stieß er dort auf Piraten. Die Piraten nahmen Kerem gefangen und forderten ein Lösegeld von genau hundert Goldstücken für seine Freiheit.

In diesem Moment erkannte der gierige Kaufmann, dass er die Göttin nicht durch Schlauheit täuschen konnte. Wer von der Ehrlichkeit abweicht, fällt am Ende in die Grube, die er selbst gegraben hat. Lügen haben kurze Beine.